Kommentar zum Bahnhofsviertel Noch kein Befreiungsschlag

Im Bahnhofsviertel wird gebaut, mal wieder. Diesmal direkt vor dem Haupteingang. Pflasterarbeiten. Sechs Wochen vor dem Katholikentag. Früher ging es nicht, sagt die Stadt – es war zu kalt. Und später?

Von Martin Kalitschke
Der Nordtunnel des münsterischen Hauptbahnhofs wird bald geschlossen – und nicht vor 2021 wieder geöffnet. Foto: Matthias Ahlke

Wenn jetzt etwas schiefgeht und der Zeitplan ins Trudeln gerät, würde sich die Stadt bei einem Ereignis, auf das ganz Deutschland blickt, ziemlich blamieren. Auch an anderen Stellen wird aufgebaut, umgebaut, neu ausgeschildert. Fahrradfurten fallen weg, Rad- und Pkw-Stellplätze kommen hinzu. In ein paar Wochen wird man wissen, ob diese Maßnahmen wirken – oder ob sie nur kosmetische Korrekturen sind.

Denn ein Gesamtkonzept gibt es (noch) nicht. Taxen versperren Radwege, Radler kreuzen Fußwege, Fußgänger laufen über die Taxispur, Pkw-Fahrer suchen Stellen, wo sie Reisende absetzen können. Ja, manchmal ist die Situation chaotisch. Und fast immer ist sie unübersichtlich. Keine Frage: Der große verkehrliche Befreiungsschlag – er steht nach wie vor aus.