Fusion von Karstadt und Kaufhof Kommentar: Existenzkampf geht weiter

Münster -

Endlich sind die Eigentümer der beiden deutschen Warenhaus-Ketten über ihre Schatten gesprungen. Nach jahrelangem Hin und Her ist nun die dringend notwendige Fusion perfekt. Doch der Zusammenschluss ist nicht für alle ein Gewinn.

Von Jürgen Stilling
Die Filialen von Karstadt (l.) und Kaufhof (r.) liegen in Münster nur wenige Meter auseinander. Foto: Oliver Werner

Vor allem die Kaufhof-Mitarbeiter sind von Entlassung bedroht. 5000 Stellen stehen offenbar zur Disposition . Grund: Die kanadischen Eigentümer haben in den vergangenen Jahren nichts gegen die steile Talfahrt des Unternehmens unternommen. Die Folge sind tiefrote Zahlen.

Bei Karstadt ist die Lage deutlich besser. Mit schmerzhaften Sanierungsschritten hat Firmenchef Stephan Fanderl die Traditionskette moderner ausgerichtet und in die Gewinnzone geführt. Die Belohnung für ihn: der Spitzenposten im neuen Konzern.

Doch mit der Fusion ist das Konzept des Warenhauses bei Weitem noch nicht gerettet. Es stellen sich viele Fragen: Wie lange sind Doppelstandorte wie in Münster zu halten? Mit welchen innovativen Strategien kann der massiven Online-Konkurrenz und den Billigketten wie Primark begegnet werden? Mit geballter Kraft kann Neues besser angegangen werden – der Überlebenskampf geht jetzt in die entscheidende Runde.

Situation in Münster

Drei Warenhausfilialen in Münster gehören künftig zu einem einzigen Konzern. Mit der zwischen Karstadt und Kaufhof vereinbarten Fusion kommt auch das Karstadt-Sporthaus unter dasselbe Firmendach. Die Mitarbeiter wurden am Dienstag über den Zusammenschluss informiert. Die Gewerkschaft Verdi betonte die gute Zukunftsperspektive der münsterischen Häuser. Gewerkschafts­sekretä kenne Verdi noch nicht.