Diskussion um Wolbecker Straße „Die Verkehrssituation ist katastrophal“

Münster -

Der eine findet die Straße zu eng, dem anderen fehlen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder: Um die Verkehrssituation an der Wolbecker Straße ist in den sozialen Netzwerken eine breite Diskussion entfacht.

Von Anna Spliethoff
An der Wolbecker Straße wird es stellenweise auch mal eng, wenn Fußgänger und Radfahrer aneinander vorbei wollen. Der Grund sind unter anderem Fahrräder, die auf dem Gehweg abgestellt werden (rechts). Foto: anf

Die Verkehrssituation auf der Wolbecker Straße – einer der Haupteinfallstraßen der Stadt – sorgt bei Passanten und Anwohnern für Diskussionen. Probleme werden vor allem in der Verkehrsplanung gesehen – und in mangelnder Rücksichtnahme.

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung ist eine Debatte entfacht. Marco Stoever findet, dass die Straße zu schmal ist. „Aber warum man deshalb Fahrradfahrern den schwarzen Peter zuschiebt, verstehe ich nicht“, schreibt er. Fahrradfahrer hätten gegenüber abbiegenden Autofahrern eben Vorfahrt. „Wer abbiegen will muss warten, bis alle Radfahrer durch sind“, kritisiert Stoever die Autofahrer.

Eine davon ist Andrea Schneider. Sie ist nach eigenen Angaben froh, wenn sie mit dem Auto wieder aus Münster raus ist. „Das ist oft kriminell, wie da Rad gefahren wird“, schreibt sie. Auch wenn man als Fußgänger in der Innenstadt unterwegs sei, sei es nicht besser. „Für eine doch recht kleine Stadt ist die Verkehrssituation katastrophal“, bewertet sie.

Auch Peter Henkenborg sieht die Schuld nicht nur bei den Radlern: „Kein Zweifel, die Radfahrer werden rücksichtsloser, Pkw-Fahrer aber ebenfalls.“ Er vermutet, dass die Wolbecker Straße absichtlich so eng ist: „Die Bauarbeiten sind noch gar nicht so lange her.“ Sebastian Nauschütz findet die Straße breit genug. Seiner Meinung nach seien die meisten Verkehrsteilnehmer einfach zu egoistisch.

Für Joko von Josbach ist die Wolbecker Straße ebenfalls nicht zu schmal. Er sagt aber: „Die Verkehrsfläche ist falsch aufgeteilt.“ Schuld daran seien eine „verfehlte Verkehrsplanung“ und eine „völlig unterdimensionierte Infrastruktur“. Marco Maceo sieht das Problem in der Stadtverwaltung, „die keinerlei Konzepte für den Verkehr und den ÖPNV in Münster hat“.

Der Nutzer mit dem Namen Markm Jayj beobachtet ein anderes Problem: Es gebe kaum Möglichkeiten, sein Fahrrad abzustellen, wenn man in einem Geschäft einkauft. „Die Wolbecker ist ein Musterbeispiel dafür, warum Münster schon lange keine Fahrradstadt mehr ist“, schreibt er.

Marc Pinnekamp schlägt deshalb vor, die Radfahrer auf der Straße fahren zu lassen – und unterstützt damit die Ansicht des ADFC. Andreas Behler hält dagegen: „Es ist genug Platz da, Radfahrer müssen nicht nebeneinander radeln, hintereinander ist es absolut kein Problem.“