Freie Christengemeinde hat Umbau der einstigen Ludgerkirche fast abgeschlossen Nur ein paar Türen fehlen noch

Lüdinghausen -

Bis zum Sommer sollte alles fertig sein, hatten sich die Mitglieder der freien Christengemeinde „Gottes Wort“ vorgenommen, als sie im Februar mit dem Umbau der ehemaligen Ludgerkirche begonnen haben. Und der ambitionierte Zeitplan passte: Im neuen Gemeindezentrum fehlen nur noch ein paar Türen. Der Termin für die Einweihung steht.

Von Anne Eckrodt
Vor allem im Innern der ehemaligen Ludgerkirche hat sich viel verändert: Im Saal des Gemeindezentrums blieben die Kreuzwegstationen erhalten. Foto: Anne Eckrodt

Der Zeitplan war ambitioniert. Im Februar hat die freie Christengemeinde „Gottes Wort“ begonnen, die ehemalige Ludgerkirche zu ihrem Gemeindezentrum umzubauen. Noch in diesem Sommer soll alles fertig werden. „Und das klappt“, erzählt Ivan Stukert beim Ortstermin am Dienstag. Es fehlen nur noch die Innentüren. „Die kommen Mitte August, anschließend erfolgt die Schlussabnahme“, so der Vorsitzende des Dachvereins der Christengemeinde „Gottes Wort“.

In seiner Stimme schwingt eine gehörige Portion Stolz mit, schließlich haben die Gemeindemitglieder den größten Teil der Arbeiten in Eigenleistung gestemmt. „Ich gebe zu, dass ich anfangs nicht gedacht hätte, dass wir das so schnell schaffen“, räumt Stukert, dessen Bruder Andrej als Pastor die Lüdinghauser Gemeinde leitet, ein. „Es war natürlich eine große Hilfe, dass wir für die schweren Arbeiten auf die Baufirma, die zu unserem Dachverein gehört, zurückgreifen konnten.“

Im hinteren Bereich, wo früher das Taufbecken stand, sind durch eine massive Holzkonstruktion zwei zusätzliche Etagen, die ein Treppenhaus mit dem Erdgeschoss verbindet, entstanden. Platz für mehrere Gruppenräume, eine Küche, Sanitäranlagen und einen Technikraum. Große Panoramafenster im Erdgeschoss machen es möglich, das Geschehen während der Gottesdienste sowohl von einem Mutter-Kind- als auch von einem Gruppenraum aus zu verfolgen – „auch akustisch“, wie Stukert betont. Auch neben dem Altarraum, wo früher die Orgel stand, wurden Zwischenwände eingezogen. Außerdem gibt es jetzt an der Rückseite drei Notausgänge in den Garten. Dort entsteht gerade ein Wintergarten, der Spielplatz ist bereits fertig.

„Uns war es wichtig, Neues mit Altem zu verbinden und Elemente der Ludgerkirche zu erhalten. Dadurch halten wir die Erinnerung wach“, betont Stukert. Dazu gehört beispielsweise der Kreuzweg an den Kirchenwänden. Zudem wird künftig eine Tafel an der Außenmauer an die einstige Pfarrkirche erinnern. Stukert: „Wir sind auch in Gesprächen mit Gruppen von St. Ludger über eine Nutzung unserer Räumlichkeiten.“

Apropos: Im zweiten Stock ist durch den Umbau ein großer Konferenzraum entstanden. Dort kann sich die Christengemeinde „Gottes Wort“ auf Dauer auch etwas anderes vorstellen. „Neben einem Gemeindecafé denken wir über Möglichkeiten zur Kinderbetreuung nach. Dazu haben wir auch schon erste Gespräche mit dem Jugendamt und der Stadt geführt“, sagt Stukert.

Rund 250 000 Euro hat der Umbau gekostet, finanziert durch Spenden und Eigenleistungen der 75 Gemeindemitglieder. „Alle freuen sich nun darauf, das neue Zuhause mit Leben zu füllen“, erzählt Stukert. Diese Freude wollen sie am 29. September (Sonntag) mit möglichst vielen Lüdinghausern teilen. Dann wird das neue Gemeindezentrum eingeweiht. Gelegenheit, um sich ein Bild davon zu machen, wie sich die einstige Ludgerkirche gewandelt hat.